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jubiläums-interview
"massiven txt in primatenhirne rammen" nach 253.617,025 txtbeiträgen und anlässlich des 186-jährigen geschäftsjubiläums stellten sich die erfinder der geschmacksenthärtung den fragen der internationalen presse.
gleich zu beginn wurden sämtliche vertreter des raums verwiesen und nur derjenige mit der goldenen karte dringelassen, der sich bereiterklärte, sämtliche kosten für getränke, rauchwaren und barbusige dekorationen zu übernehmen. dass es sich dabei um den herrn schluckradt-starre handelte, erhöhte die stimmung, weil der uns ne besondere hämorrhoide ist.
herr sco, herr reefer, ihr motto zum geschäftsjubiläum lautet "186 jahre im dienste des schlechten geschmacks". können sie das erklären?
reefer: ganz einfach: wir haben letztes jahr mit "185 jahre im dienste des schlechten geschmacks" als corporate mission begonnen. und jetzt sind wir ein jahrzehnt vorangeschritten und feiern stolz das jahr, das hinter uns liegt.
sco: du klingst wie der regierungssprecher von som dritte-welt-land. aber im prinzip is damit alles gesagt. gib ma bier, meins is schon leer. die hamm uns doch hier leeres bier hingestellt, oder? was soll denn das?
reefer: die zwei bier, die ich bestellt habe, waren meine. wenn du trinken willst, lass dir gefälligst selber was bringen.
was war ihre motivation zum launch des geschmacksenthärters?
sco: hier, halt, ich! also, die welt hat auf uns gewartet, so siehts aus. brutalstmögliche wortverklärung, verherrlichung von exzessivem dosenbier- und cannabiskonsum - und live-anteilnahme der leser, wenn es uns bei unseren experimenten zerlegt. und das alles mit definitiver musik-kompetenz. wo wir sind, is vorn. und außerdem... ähh, öchrrffFFrrZzzz...
außerdem?
sco: ... außerdem... weil! moment, mach du ma weiter, ich bau uns einen auf. der husten nervt mich.
reefer: ich wollte meine eigene plattform, um frei schnauze mit sprache zu basteln. und herausfinden, welche möglichkeiten digitale kultur bietet. ich genieße es, mir das gewalttätige potenzial meiner muttersprache zu erschließen und damit massiven txt in primatenhirne zu rammen. die deutsche sprache bietet mir wie keine andere sprache die...
sco: ... komm jetzt sabbel nich endlos rum.
welche erfahrungen haben sie in ihrer 186jährigen unternehmens-geschichte sammeln können? was waren besonders schöne erlebnisse?
reefer: auf jeden fall die köstliche erschöpfung, wenn man braitagabends wieder mal die nacht lang klartxt gemacht hat, bis man das gefühl hat, sich das rückenmark rausgebumst zu haben.
sco: ach, und der googlemail-coup war auch ganz nett, wo ein paar hysterische netizens unsere "news" für bare münze genommen haben. und natürlich der tag, als google zu unserer eigenen überraschung tatsächlich mit dem gleichnamigen dienst rauskam und wir in der google-trefferliste auf diesen suchbegriff platz eins belegt haben.
reefer: google ist eine willige schlampe, der unser fickstil offenbar zusagt.
sco: oh ja. das zeigen auch die ganzen kranken document-referer. jeder zweite besucher, der über google zum geschmacksenthärter kommt, hat vorher nach "ficken", "marijuana", "wichsen" oder sowas gesucht.
gab es einen moment, wo sie mal gedacht haben, oh je, was habe ich da geschrieben?
sco: nach nächtlichen postings finde ich morgens manchmal lauter abgerissene gliedmaßen vor. ob ich das bedauern sollte, weiß ich gar nicht. es wird nötig gewesen sein. die dinge passieren, wie sie passieren müssen. wollen sie nich mal eine originelle frage stellen?
und sie, herr reefer?
reefer: noch nie. ich bin stolz auf jeden dampfenden haufen, den ich rausgetxtet habe.
sie würden also heute nichts anders machen?
reefer: mir fällt spontan nichts ein. und ich möchte an dieser stelle sagen, dass wir mit dem verlauf des geschäftjahrs sehr zufrieden sind. wir verprechen uns eine deutliche verbesserung der empfangsbedingungen durch die zahlreichen geistigen insolvenzen anderer projekte, die wir für 2003 erwarten. die wird man wohl mangels intellektueller masse palettenweise abwickeln müssen. zig millionen schlecht- oder ungefickter und sonstig brachliegender gehirne befinden sich plötzlich in der reichweite unserer geschmacksenthärtenden wirkstoffe. soviele gehirne und so wenig zeit. und so wenig bier. a propos: gimma nochn bier und reich die bong rüber.
sco: wir hamm alles richtig gemacht. manchmal waren wir vielleicht zu nett. und was interessieren mich meine postings von gestern?
können sie uns ihre pläne zur "erringung der weltherrschaft innerhalb der nächsten 3 monate" näher erläutern?
sco: sag du was dazu. ich muss pissen und... oh, das tut mir leid, dass ich die bong umgekippt habe und dass ihr prada-anzug jetzt so ekelhaft stinkt. würden sie ihn bitte ausziehen?
reefer: die weltherrschaft ist eine operation, deren ausführung wir flexibel vor uns herschieben. wir hatten da anfangs nicht die richtigen teamleiter am start, bis wir das motivationsteam aus st. petersburg verpflichten konnten. seit die jungs mitziehen, sind wir gut vorangekommen. am dienstag werden wir planmäßig die kontrolle über das internet übernehmen. dann wird unser nukleargetriebenes phase 14 modul online gehen.
nach welchen maßgaben werden sie es einsetzen?
sco: willkür, boshaftigkeit, machtgeilheit. außerdem mag ich kollektivstrafen, weil die auch unbeteiligte treffen. wir rechtfertigen uns grundsätzlich nicht.
was ist ihnen wichtig im zusammenhang mit ihren lesern?
reefer: außer, dass ihre existenz und befindlichkeit meine kehrseite ohne berührung passiert, nichts.
sco: wenn die das maul halten, is mir das schon ganz recht. ich will keine diskussionen. dafür gibts foren und pixelfriedhöfe, wo sich die ganzen gestörten langweiler austoben können. nächste frage.
haben sie kontakt zu den nachbarzellen? wie ist das verhältnis zu den mitbewohnern im web?
sco: alles schwachköppe. poesiealbumschreiber, heulsusen, kuscheltexter. das tut doch niemandem weh, das braucht keiner. bandbreitenverschwendung, wenn sie mich fragen. kann ich genauso gut ne fernsehzeitschrift lesen, is nich blöder oder intelligenter.
reefer: prallscheiss nonstop. ich les die schon lange nimmer, weil ich davon immer hirnblähungen kriege. das was ich lesen soll, liefert kollege sco. der spielt immer noch gerne mit der ameisenfarm.
gar keine ausnahmen?
sco: doch. cHrFzrRcXhRt... hust... gibt ein paar kollegen, die ganz amüsant sind. manchmal jedenfalls. der rounders is schon ziemlich übel, da krieg ich gelegentlich schmerzen beim lesen, also das gefällt mir. und, hier, die kaspartruppe vom comm port. aber die können noch besser, wenn sie sich nur trauen.
reefer: hassu smallbrainer gelesen?? die hamm da über 70 seiten son blödes wort-assoziationsspiel geführt und das unglaublich toll gefunden. das ist so völlich niederschmetternd zu sehen, wie abgestumpft die schon sind...
sco: ööööölp!
reefer: wir setzen unsere hoffnungen auf die kollegen in österreich. da leben noch vereinzelte exemplare der legendären schwarzen gehirne. wenn es uns gelingt, die mit genügend geschmacksenthärtender strahlung zu versorgen, bilden sich auch da kleine schlagkräftige einheiten, die selbständig operieren und vor ort die gehirne verbunten.
sco: gut, dass du´s sagst. ich muss mal das flusensieb vom phase 14 filter saubermachen, vielleicht sind ein paar ösis darin hängengeblieben.
wieviele leserzuschriften erhalten sie? was schreiben ihnen die leser?
sco: gainblan. bin ich der kundendienst, oder was? der shredder steht direkt unterm posteingang, das meiste fliegt ungelesen dort rein.
reefer: nachdem ich die ersten zuschreiber lebensgefährlich beleidigt und beschimpft habe, hat sichs wohl rumgesprochen, dass man den drachen lieber nicht am schwanz kitzelt. besser aus der entfernung zugucken, wie er mit dem flammenwerfer die suppe umrührt. wir bezeichnen sie außerdem als patienten. weil wir mit unseren txten therapieren.
wen oder was wollen sie therapieren?
sco: uns. wir verhindern, dass wir uns innerlich vergiften.
reefer: wir sind die ThErApIe und die krankheit, die dein hirn gesundet.
sie haben keine kommentarfunktion integriert. warum?
reefer: unser ding ist der txt und nicht gackerndes rudelbumsen wie auf sozpäd-erstsemesterpartys. wer hier reinkommt, soll lesen, wenn er das überhaupt noch kann und ansonsten gefälligst das maul halten.
sco: wer was sagen will, soll ein eigenes blog aufmachen. wenn er uns dann noch beschimpft, kommen wir vielleicht mal zum lesen vorbei.
reefer: ja! denn wir lieben es, wenn wir beschimpft werden. eine gut ausformulierte beschimpfung ist in unseren kreisen die höchste art von anerkennung, die man genießen kann. leider sind große meister in dieser kunst sehr selten.
sco: alles weicheier mit kuschelkommunikation.
viele unserer leser wandten sich mit der gleichen frage an uns: was bedeutet pmt? sie wechseln unregelmäßig ihren titel im weblog. warum?
sco: ach, hau ihm eine aufs maul, reefer!
reefer: lass den mann. der muss nur was thc tun, dann fallen ihm vielleicht die richtigen fragen ein. noch ein bier mit jägermeister drin und ass+c, mit strohhalm für die pEINLICH mUTIERTE tEXTSCHLAMPE.
sco: ich nehm auch noch eins. nein, zwei. und zwei korn. ich kann das bier nich so trocken runterwürgen.
möchten sie uns etwas ihrer wahren identität preisgeben? wer steckt hinter dem geschmacksenthärter?
reefer: das ist ein geheimdienst des vatikans, der von den jesuiten unter der führung von kardinal ratzinger gesteuert wird und der eine digitale inquistionskampagne plant. dabei wird auf technologien zurückgegriffen, die wir online und in unseren kernforschungslaboratorien entwickeln.
sco: wir sind kenner und könner. netzdienste infiltieren wir schon seit 1993. da hat er hier noch seinen ersten computerkurs besucht.
was ist für das jahr 2003 geplant? oder wollen sie am bewährten konzept festhalten?
reefer: wird werden auch im neuen jahr den diesel in die txtramme kippen und munter gehirne ficken, damit diese welt ein wenig bunter wird - dort, wo wir sie sehen.
sco: ich halte nix von ankündigungen. wir machen einfach. und punkt. und am design werden wir erst ganz zum schluss was ändern, wenn überhaupt. das ganze luxusdesign von den anderen ballerbuden ist selbstzweck, eine nebelkerze, eine hülle, die das inhaltliche nichts überdeckt. wir hamm ein template aus dem baumarkt genommen, weil wir nicht zum designen hier sind.
reefer: am design wird hier gar nix geändert. für dieses geniale brechreizdesign haben myriarden pixel ins gras beissen müssen. wem schon das design auf den magen schlägt, der muss nicht erst weiterlesen, bevor sich seine verdauung umkehrt.
wie haben sie die anderen autoren entdeckt?
reefer: eher haben sie uns entdeckt. wobei: wir haben auch im vorfeld schon wunschkandidaten im auge gehabt. einEr hat sich auf unsere stellenanzeige beworben, von der wir selbst nicht wussten ob sie ernstgemeint ist. schlussendlich hat der bewerberIn uns diese frage beantwortet und wir haben erkannt, dass die antwort auf unser jobangebot bereits ein erfolgreiches bewerbungsgespräch darstellt.
sco: und hin und wieder kommt mal eine mail, wo man uns fragt, wie man kommentieren oder mitschreiben kann. aber das is so talentlos, was die da schreiben, das hat keinen witz, also wenn die erste mail schon so schlecht ist, nee... ab, papierkorb.
was ist das geheimnis ihres erfolgs?
sco: klartext ohne rücksicht auf andere egos. wir machen das nich, um freunde zu finden. und lautstärke. ja, man muss laut sein. wir schreiben, was andere sich nicht auszusprechen trauen, weil sie angst vor ihrem ich haben.
reefer: erfolg ist relativ. für mich ist es kein zeichen von erfolg, dass ein langweiler wie er hier sitzt und uns fragen stellt, die offen erkennen lassen, dass er sich nicht die mühe gemacht hat, zu lesen, was wir im letzten jahr gefickt haben. von erfolg würde ich sprechen, wenn ich spüren kann, dass wieder schreiber ohne rückspiegel unterwegs sind. entschlossene einzeltxter, die geradeaus txten und jeder für sich dem heer der txtbrunzer auf braiter front entgegentreten.
gerüchte sprechen von einer deutschland-tournee. was ist da dran?
sco: also, ich muss zugeben, als ich die idee beim kollegen don gelesen habe, dass der gegen trank und unterkunft zu kostenlosen lesungen vorbeikommt, da habe ich mich geärgert, dass die idee nicht von uns kam. egal, vielleicht mag er ja auch bier, und wir können zusammenarbeiten. hömma, kollege reefer, weißt du noch, ob gratis-mitvögeln in dem konzept enthalten war?
reefer: also vögeln glaub ich nicht, aber blowjobs sollten schon sein und handtücher... wer sich traut, soll uns schreiben und fragen, ob er bei uns eine audienz bekommt. kommt er dann mit geschenken, die uns nicht langweilen, werden wir ihn angemessen abdichten und die persönliche beleidigung zu teil werden lassen.
sco: tüte, kollege, tüte! nich festhalten!
was haben sie vor dem geschmacksenthärter gemacht?
reefer: meine kunst an knochenhirnige digitalprimaten verschwendet, die klartxt mit geistiger notdurft verwechseln. leider muss ich feststellen, dass diese spezies mittlerweile den aufrechten gang probt und sich jetzt journalist nennt.
herr sco?
sco: ich hab meine zeit mit blafaseltxt vergeudet. gehirnprostitution. ich hab den leuten den irrelevantesten rotz als die weltrettungsformel verkauft. ich mein, es ist ganz nett, wenn man geld dafür kriegt. aber es bleibt sinnlos. das konnte nich so weitergehen. außerdem fand ich es schade, dass mir beim saufen so wenige leute zugesehen haben.
wo und wie sind sie sich über den weg gelaufen?
sco: der kollege war mal ein kunde von mir, und wir haben uns gehasst. und zwar so richtig. dann sind wir einen saufen gegangen und haben anschließend noch zwei, drei töpfe durchgezogen, und die sache war geklärt.
reefer: auch wenn man das nicht glauben mag - früher war er noch viel spiessiger. der war so verkrampft, dass sein arsch beim gehen gequietscht hat.
sco: wenn man dir zum ersten mal begegnet, muss man verkrampft sein. zum persönlichen schutz.
in ihren texten geht es immer wieder um drogenkosum, alkoholexzesse und verwandte themen...
reefer: ach, das ist ihm schon aufgefallen?!? wir wollten anfangs über völkermord, vergewaltigung und waffenhandel schreiben. aber dann haben wir im gegensatz zu ihm hier beschlossen, lieber solche themen zu wählen, über die wir authentisch schreiben können.
sco: da müssen wir uns nich verstellen. von drogen, exzessen, schlechtem benehmen und guter musik verstehen wir was. hrrnnffzzz. und außerdem ist der schluckschlecht-knarre jetzt dran mit bongrauchen, sein gesicht ist mir noch lange nicht grün genug.
gibt es printmedien, die sie regelmässig lesen? wenn ja welche?
reefer: ein paar wenige. so eine handvoll fachzeitschriften auf dem testosteron-sektor, die lesen wir ganz gerne. auto motor und sport zum beispiel. die jungs haben fantasie und fette schreibe. wenn wir richtig lachen wollen, holen wir uns ein männermagazin, diese sorte mit den bikinipromis auf der titelseite. die schreiberlinge da setzen stilmittel ein, die sie der subkultur entnommen haben. aber ihnen fehlt das rechte gefühl dafür. deshalb sind sie unfreiwillig viel komischer als sie wollen.
sco: ja. aber kannz auch nur lesen, lachen und dann entsorgen, sowas. zeitschriften werrn nur gemacht, um anzeigen zu verkaufen. also muss der inhalt gefällig und beliebig sein. es fehlt die individualität, die aggressivität, der kopf durch die wand. und alles, was mir lifestyle andrehen will, is nur noch peinlich. ich mein, peinlich war seinerzeit auch die "tempo", aber die hamm wenigstens lebensberatung gegeben, da hat der timmerberg von seim koks-trip geschriem, der rolf zacher hat dope testgeraucht, und biersorten hamm sie auch getestet. "etwas müllig im abgang", die formulierung fand ich ganz lustig. oder wie sie über die flaschenform von bitburger geschrieben hamm, "gemahnt an kohl und reagan vor ss-gräbern und an das ramones-stück bonzo goes to bitburg". aber die hamm auch jeden schrott gehypt, da hat der peter glaser 95 mal sensationell geschrieben, wie er frau im netz gefunden und toll und so... du meine güte, das hatte ich zwei jahre vorher schon. also die waren so genial wie sie gleichzeitig zum kotzen waren. und da waren auch fürchterliche schnösel unter den autoren, und dann die musiktests, da hamm die...
reefer: kollege, du kriegst gerade deinen laber-flash...
gibt es etwas, das sie unseren lesern sagen wollen?
reefer: kauft diese zeitungen nicht mehr, die bescheissen euch. sie übertünchen ihre worthülsenstapel mit griffigen sprüchen und nennen das journalismus. lasst euch das gehirn nicht mit der pampe verkleben, die sie zwischen die werbung packen.
herr sco?
sco: der will ja nich, dass ich noch was sage.
reefer: mädchen!
sco: ölp.
gibt es personen, die sie besonders beeindruckt oder inspiriert haben? ich will an dieser stelle den ausdruck "vorbilder" vermeiden.
reefer: jim morrison, "an american prayer". ein monumentales bilderbergwerk, in dem man unvergleichliche kostbarkeiten finden kann. von ihm habe ich gelernt, dass mit zunehmender surrealität der bilder die projektion im kopf immer heller und schärfer wird.
sco: bei mir hat es der job mit sich gebracht, dass ich mich mit sprache näher beschäftige. ze do rock hat ein paar interessante ansätze zum entkomplizieren der deutschen sprache. ultradoitsh ist wegweisend und revolutionär. lesen sie "fom winde ferfeelt".
laurel und hardy, batman und robin, beavis und butthead.
reefer: da stell ich mich dazu. brillante kunstfiguren, superhelden?!? definitiv ja. unsere vorbilder sind riggs und murtaugh. genauso wie sie erzeugen wir mit hoher präzision und minimalem aufwand ein maximum an chaos und zerstörung.
sco: alter, wie WER?
hartnäckige gerüchte halten sich, dass sie mit einem projekt auf der dokumenta XII im jahre 2007 vertreten sein werden. was ist an den gerüchten dran?
reefer: wir hatten schon lange den plan, langweilige reportermagazine in kratzfesten kunststoff einzubetten und damit fussgängerzonen zu pflastern. wir wollen damit zeigen, dass pflastersteine und montags erscheinende wochenzeitungen oft den gleichen informationsgehalt aufweisen. wir prüfen zur zeit noch, ob dieser zeudointellektuelle kunztbetrieb uns nicht doch mächtig langweilt.
sco: also, mehr als die kunst langweilen mich die künstler. wenn die den mund aufmachen, und ihren gequirlten stuss von sich geben, dann möchte ich nur noch schreien. ich weiß wirklich nich, ob wir da in einem angemessen ambiente sind. und bestimmt darf ma in den hallen nich rauchen. außerdem gefällt mir kassel nicht. das beste an kassel ist die autobahn stadtauswärts. is kassel nich sogar im buch "öde orte" aufgeführt?
in einschlägigen newsgroups wird immer häufiger eine mysteriöse unternehmung namens "operation mindfuck" erwähnt, die mit ihren aktivitäten in verbindung gebracht wird...
reefer: hey sco, wenn du nachher in st. petersburg anrufst, sag sascha, er soll ma den klempner vorbeischicken. wir hamm hier nen undichten zeilenwixa rumsitzen, der die falschen fragen stellt.
sco: gehm sie mir mal ihr telefon. mein akku is schon wieder leer.
herr reefer, herr sco, wir danken für das gespräch.
reefer: ich habs dir gesagt, auf den kannste eine stunde lang einprügeln, mit allem was du draufhast. der spürt das gar nicht, so gelähmt ist der zwischen den ohren.
sco: komm, den schleppen wir jetzt noch mit rüber in meine stammtanke und fluten ihn orntlich mit hirnlöser und pils ab. und dann schicken ihn mit 5 egons inner tasche per taxe richtung herbertstraße.
reefer: red nich so viel. wir müssen jetzt gehen. unten im foyer warten noch die gallagher-brüder. die hamm gesagt, unsere mütter kochen ohne salz. wir hamm da noch was klarzustellen. sco: ich schlag vor, wir verwüsten zusammen mit denen erst mal ein hotelzimmer, dann können wir sie immer noch unter den tisch kiffen, mit bier übergießen und anschließend in der unterhose vor die tür treiben.
reefer: wir erzählen ihnen, dass der schluckradt-starre geschrieben hat, dass sie alle muschis sind, deren mütter keinen tee kochen können.
:: gepostet von sco am 20.12.02 um 3:05 PM ::
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yo
"du boah, sag mal, kannst du mir eine rechnung aus oktober 02 stellen über 15.400,-- taler, mit dem betreff soundso? die brauch ich um den betrag von xx erstattet zu kriegen, und dann könnt ihr die sachen für mich produzieren von dem geld. das ist dann doch wie eine a conto-rechnung?"
"du ex-kunde, das geht nicht, denn da würd ich meinen chef betrügen, und außerdem: wenn die von xx einmal hier anrufen wär mein job berechtigterweise instant gekündigt, weil das total illegal ist so rechnungen zu fälschen. verstehste?"
"ach ja, stimmt ja. boah, du weißt sachen ..."
:: gepostet von boah am um 2:11 AM ::
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ho ho ho, down wit' da show
..heilge scheisse, domino- und nierenstern gaenseschmalz und weihnachtsstein
weihnacht steht schon wieder vor der tuer und herr jesus kann noch immer nix dafuer
stille nacht quilt schleimig aus den ritzen gequaeltes ohr sucht platz zum sitzen
zur weihnacht haun wir auf die kacke und feiern stets nur brait und hacke
deutsche eiche, dujardin geschwaengert mittags schon den kaff mit korn verlaengert
weihnacht wuensch ich mir mit helge schneider fuenf freunde und des kaisers neue kleider
abends unterm baum die volle packung jaegermeisterlich dann die verkackung
weihnacht feiern wir, stets dauerprall sonst wird das hirn zum pflegefall
alle jahre wieder beisst douglasschlampendiesel in rote nasen wie ein wildgewordnes wiesel
weihnachtsgluehen tun wir gerne gluehwein fuenf und schwupp die sterne
ein fest so noetiglich wie nasenbluten jingle bells und ruprecht mit der ruten
rauschbepackt wir ziehn von hinnen und kotzen wieder still nach innen..
:: gepostet von reefer am 17.12.02 um 11:04 AM ::
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schlimm
chef: "ich möchte nicht dass der schrank offen stehen bleibt wenn nicht gerade mit dem inhalt gearbeitet wird. hier ist zwar außer uns niemand im büro, aber zehn meter weiter vorne ist doch die glastür zum treppenhaus. die ist zwar automatisch zu, aber da können immer mal leute vorbeilaufen und reingucken, hier auch gern mal süchtige, und die sehen dann die ordner und so."
boah: "schon klar, werd drauf achten. von diesen krassen ordner-süchtigen hab ich auch schon gehört, vor denen ist nichts sicher. für ein paar so geile graue ordner mit papieren drin gehen die locker durch das panzerglas."
:: gepostet von boah am um 9:43 AM ::
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degeneriert
nach jahrelanger netzdigitalkommunikations-sucht gestern erstaunt festgestellt, dass meine schreibschrift abhanden gekommen ist. kein witz. im gegensatz zu früher bin ich nicht mehr in der lage, in lesbarer schreibschrift offline zu schreiben. nur druckschrift geht noch, und auch deren qualität hat deutlich nachgelassen. hmmm. wann hör ich auf zu reden?
:: gepostet von boah am um 1:30 AM ::
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gedankenfarben
..die vordergruendigkeit mit der wir von den medien zugeballert werden ist das betaeubungsmittel mit dem die gehirne gleichgeschaltet werden sollen. den farbkasten des lebens, unsere phantasie uebergeben wir den bilderschlaechtern. sie reissen ihr feines geflecht mit ihren groben pranken in stuecke und stopfen sie in ihren hirnsossenfleischwolf. aus diesem seelenlosen brei entsteht die rauhfasertapete mit der sie unsere gedankenwelt auskleiden wollen. lasst nicht zu dass sie seelische plattenbauten in unserem geist errichten, verschliesst euch der geistigen mittelmaessigkeit und schaut in eure eigenen bilder. wer sie schauen will muss seiner phantasie den freien lauf lassen. je mehr bilder von aussen kommen, desto weniger bilder kommen aus dem inneren. die beste moeglichkeit sein gehirn bunt zu gestalten ist lesen. kein gehirnfutter ist gehaltvoller als buecher und txt. nur was von bild zu txt gegangen ist kann wieder zum eigenen bild werden, das mit meinen farben gemalt wird. wer nicht liest verliert seine farbigen gedanken, die viel praechtiger sind als die abziehbilder mit denen wir tagstaeglich beschoissen werden. viel zerbrechlicher sind sie auch weil sie mit feinen ideen gewebt, wertvollen farben bezeichnet sind und verblassen sie wenn sie ins grelle licht der aueusseren welt geraten. der liest kriegt bilder hinter die augen. der schreibt, friert das bild in der bewegung der worte, die beim lesen wieder in bewegung setzen..
:: gepostet von reefer am 16.12.02 um 8:51 AM ::
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allein unter frauen
wenn frau nachts unterwegs ist, wird die umgebung kontinuierlich nach potentiellen männlichen bösewichten und zu umfahrenden dunklen ecken gescannt. erst letztens hatte ich zwei berichte aus meinem bekanntenkreis gehört, beide von frauen um die dreissig, die von männern überfallen worden waren. ganz anders erging es mir:
nach durchtanzter nacht gegen vier bin ich mit dem fahrrad auf dem weg nach hause. mangels ausreichender beleuchtung bewege ich mich auf dem bürgersteig fort, was um diese zeit nicht stört, denke ich. niemand zu sehen auf den nächsten metern, ausser einer frau, die irgendwie gereizt aus einem geländewagen aussteigt und ein paar typen die unter dem grell leuchtendem schild des sonnenstudios palavern. ich gebe mich meinen gedanken hin.
plötzlich springt mich die frau aus dem geländewagen von der seite an und stösst mich mit einem lauten wutschnauben brutal vom rad!! ich schreie erschreckt auf und bringe es trotz dieser unerwarteten attacke fertig, auf beiden füssen zu landen, mit meinem gefährt als schutzschild zwischen uns. ha! jahrelanges mentales training!!! mein herz pumpt hektisch kampf-oder-flucht-stoffe durch meinen körper. sie betrachtet mich, wie ich da so stehe und sie entgeistert anstarre. "was ist??!!!!", ruft sie mit der ungeduldigen handbewegung der frau, die es gewöhnt ist, anderer leute blicke auf sich zu ziehen. "was ist denn los???!!" schreie ich aufgebracht zurück. sie sieht gut aus, disco-queen, lange dunkle haare, braune augen, männerfreundlich verpackt. meine frage bringt sie aus dem konzept. sie blinzelt. sie fängt an zu denken, ich kann es sehen. hat sie vermutet, dass ich ihr jetzt eins in die fresse schlage? Ist es das was sie will, sich ordentlich prügeln? sie öffnet ihren mund: "ach, verpiss dich doch du hässliche fotze!!!" schleudert sie mir voller verachtung entgegen. dann wirft sie ihre langen haare schwungvoll zurück und stolziert verärgert von dannen.
aha. okay. verpissen. mach ich. und - tut mir leid. willst du mein fahrrad haben?.
noch tage später ärgere ich mich darüber, dass sie mich hässliche fotze genannt hat. das liebe ich ganz besonders, wenn frauen nichts besseres einfällt, als sich gegenseitig mit durch männer geprägtes, sexistisches vokabular zu bewerfen. das ist wie sich ins eigene wohnzimmer scheissen. aber ich vermute, dass sie das nicht anders kennt.
:: gepostet von minx am um 4:09 AM ::
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hirnverprügelt
ich war dieses wochenende auf einem aggressions-seminar, bei dem ich als assistentin teilgenommen habe. wer jetzt denkt, dort wird dafür gesorgt, dass alle nur noch lieb zueinander sind und sich jede form von ärger in luft auflöst, der täuscht sich und zwar gründlich!
anlässlich dieser zusammenkunft habe ich mal wieder die chance genutzt und mein angesammeltes wut-arsenal abgerüstet. mit dem ergebnis, dass ich mich heute vor muskelkater kaum bewegen kann. zudem leide ich unter einer seltsamen hirnleere, die zu bedenklich verzögerten gedankenvorgängen führt. mir wird das sprechen zuhörends peinlich. vorübergehend befreit von jeglicher gewalttätigen kraft frage ich mich jedoch: habe ich mir versehentlich das hirn rausgeprügelt?
:: gepostet von minx am um 1:56 AM ::
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